Energiepolitik im Landkreis Rosenheim

Die Notwendigkeit der Energiewende wird inzwischen von einer breiten Mehrheit unserer Gesellschaft anerkannt. Im Landkreis Rosenheim ist ein großes Netzwerk an Akteuren entstanden – kommunale Stellen, Vereine, Verbände und andere Initiativen ebenso wie Unternehmen aus der Region, die sich für eine nachhaltige Entwicklung der Region stark machen.

Energiezukunft Rosenheim – ezro

Die Initiative „Energiezukunft Rosenheim (ezro)“ wurde 2012 auf Anregung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim gegründet. Die Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Energiewende in Stadt und Landkreis zu begleiten und zu unterstützen. Dabei richtet sich die ezro zugleich an kommunale Entscheidungsträger, potenzielle Investoren in der Energiewende sowie an interessierte Bürgerinnen und Bürger.

In der Initiative haben sich öffentliche, privatwirtschaftliche und private Organisationen und Personen zusammengeschlossen. Zu den Mitgliedern zählen die Hochschule Rosenheim, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, der Landkreis und die Stadt Rosenheim, der Bayerische Bauernverband, die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, die Volks- und Raiffeisenbanken in Stadt und Landkreis Rosenheim, die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, die Stadtwerke Rosenheim, die INNergie, der Rosenheimer Solarförderverein, der Passiv-
hauskreis Rosenheim-Traunstein e. V., 
MdL Otto Lederer und der Energieberaterverein BAYERNenergie.

Die Ziele der „Energiezukunft Rosenheim“ sind eine nachhaltige Energieversorgung in Stadt und Landkreis Rosenheim, Strategien zur effizienten Nutzung erneuerbarer Energieträger sowie die Ermittlung der bestehenden Potenziale in der Region. Um effektiv und zielgerichtet zu agieren, werden konkrete Projekte und Veranstaltungen innerhalb der ezro in Arbeitsgruppen geplant und ausgearbeitet: Zurzeit sind insgesamt fünf Arbeitsgruppen zu den Themenbereichen Landwirtschaft, Energie- und Bürgerinitiativen, Kommunen, Gebäude sowie Gewerbe aktiv.

Energiezukunftspreis Rosenheim

In Deutschland sind öffentliche und private Gebäude für etwa 40 % des Gesamt-
energieverbrauchs verantwortlich. Im Gebäudebereich liegt demnach ein enormes Einsparpotenzial. Um die Vorbildfunktion von Gemeinden und privaten Häuslebauern herauszustellen, hat die ezro-Arbeitsgemeinschaft Gebäude den „Energiezukunftspreis Rosenheim“ ins Leben gerufen. In der ersten Auflage des Wettbewerbs wurden kommunale Zweckbauten hinsichtlich Energieeffizienz, architektonischer Qualität und ökologischer Kriterien beurteilt. Das Rathaus in Bad Aibling und das „Haus für Kinder“ in Bruckmühl wurden als Sieger ausgezeichnet.

In der zweiten Auflage des Preises ist das Augenmerk auf private Wohnhäuser mit maximal zwei Wohneinheiten gelegt worden. Teilnahmeberechtigt waren Gebäude, die im Neubau mindestens KfW 40-Standard nach EnEV 2009 und als sanierte Objekte mindestens KfW 70-Standard (EnEV 2009) einhielten. Die Preisverleihung findet im April 2017 statt. Im Anschluss daran werden die Teilnehmerobjekte in einer Ausstellung präsentiert.

Informationsveranstaltungen

In ihren Veranstaltungen und Workshops versucht die ezro, ein breites Publikum anzusprechen und alle Akteure der Energiewende miteinzubeziehen. So richtete sich beispielsweise der „Mittelstandskongress Energieeffizienz“ im Herbst 2015 an regionale Unternehmen, die Energiekosten in ihrem Unternehmen einsparen wollen, sich für Förderprogramme für den Mittelstand interessieren oder sich über Erfahrungen von Netzwerkmitgliedern austauschen wollen.

Die Informationsveranstaltung „Tag der offenen Tür für Stromspeichertechnik im privaten Haushalt“ zielte dagegen auf die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises. Hierbei konnten alle Fragen rund um das Thema Speichertechnik an die referierenden Experten gestellt und Praxisbeispiele laufender Speicheranlagen in privaten Haushalten besichtigt werden.

rosolar – Rosenheimer Solarförderverein e. V.

100 % erneuerbare Energien, das ist das Ziel, für das sich rosolar, der „Rosenheimer Solarförderverein e. V.“, seit 1993 in Stadt und Landkreis Rosenheim einsetzt. Um dies zu erreichen, setzt der Verein auf einen breiten Mix unterschiedlicher erneuerbarer Energieformen. Solarstrom, Windkraft, Wasserkraft und Biomasse, sie alle sind notwendig und spielen im erneuerbaren Energiesystem der Zukunft eine entscheidende Rolle.

Die Entwicklung von Speichermöglichkeiten ist die große Aufgabe der Gegenwart. Zentrale Bedeutung haben aber auch der effiziente Energieeinsatz und die Reduzierung des Energieverbrauchs, gerade auch im Gebäudebereich. Auch dies sind wichtige Schwerpunkte der Arbeit von rosolar.

Über 200 engagierte Mitbürger und mehr als 50 Firmen aus der Region sind Mitglied und machen rosolar zu einem der größten Solarfördervereine Bayerns. Jeder, der die Energiewende im Rosenheimer Land aktiv mitgestalten will, ist als Mitglied herzlich willkommen. Die Beitrittserklärung kann auch online über www.rosolar.de abgegeben werden.

Als gemeinnütziger Verein liegen die Schwerpunkte der Arbeit in der Information der Bürger und der Vernetzung der Akteure. Der Verein versteht sich als die Kraft im Rosenheimer Land, die den Stein ins Rollen bringt. 100 % erneuerbare Energie für Strom, Wärme und Verkehr: für eine bessere Zukunft mit mehr Klimaschutz, Unabhängigkeit und Arbeitsplätzen!

Passivhauskreis Rosenheim Traunstein e. V.

Der im September 2006 gegründete Verein Passivhauskreis Rosenheim Traun-stein e. V. hat seinen Sitz in Oberaudorf und erstreckt seine Tätigkeit auf die oberbayerischen Landkreise Rosenheim und Traunstein.

Ziel des Passivhauskreises ist die Verbreitung der Passivhaustechnologie im Alt- und Neubau im privaten und öffentlichen Bereich. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit sollen die Bekanntheit des Passivhauses in der Region erhöht, über Nutzungserfahrungen informiert sowie die Vernetzung und Einbindung aller im Passivhaussektor tätigen Personen und Gewerbe
vorangetrieben werden.

Die derzeit dreißig Mitglieder sind eine Gruppe von Architekten, Beratern und ausführenden Firmen, die mit Know-how und Informationen zur Verbreitung des Wissens und zur Sicherung der Qualitätsmaßstäbe beitragen. Der Verein arbeitet eng mit der bestehenden Dachorganisation „IG-Passivhaus Deutschland“ (www.ig-passivhaus.de) und dem „Passiv-
haus Institut Darmstadt“ zusammen.